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                 Der Ompert gestern – Erinnerungen 

von Hans-Peter Hommes

         



 

 

     
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Omperter Erinnerungen 
Kuleopa, Sandgrube, Bier

 
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Omperter Erinnerungen 
 Hein, Milch, Bulldog

 

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Omperter Erinnerungen 
 Nach- Kriegszeit, Bombe

 

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 Als Kriegsflüchtling
aus Klenz ins Ompert 

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     Die Eisenbahn
in Viersen Ummer

         

 

     

 Die Erinnerung bringt mir zurück,
was ich längst verloren geglaubt.
Ich schwelge in meinen Erinnerungen,
träume mich zurück in schöne Zeiten,
finde viele abhanden gekommene Kostbarkeiten.

Und die schlechten Zeiten?
Da habe ich tatsächlich Erinnerungslücken.

von Annegret Kronenberg

 

Heißt es dat Ompert oder de Ompert?

In der Schule hat mir meine Lehrerin Frau Votz beigebracht, dass das Wort Ompert aus dem Viersener Platt kommt und Omperter Weg so viel heißt wie Unkepotter Weg.

Unke ist der Frosch und Pott steht für einen kleinen Teich.
Also auf Hochdeutsch würde das bedeuten: Frosch-Teich-Weg
und demnach der oder de Ompert.

 Warum Unkepotter Weg?

In unserem Bereich wurde Flachs angebaut, aus dem man Leinen herstellte. In sehr vielen Häusern standen Webstühle, die Leinen webten.
Nach der Ernte des Flachses wurde er einer sogenannten Kaltwasserröste unterzogen. Das heißt, der Flachs wurde ca. drei Wochen in kaltem, stehendem Wasser eingelegt, bevor man ihn weiterverarbeiten konnte.
Hierzu hatten die Bauern kleine Teiche angelegt, in denen sich das Regenwasser sammelte. Und davon gab es auf dem Omperter Weg wohl eine größere Anzahl. In diesen tummelten sich auch eine Menge Frösche.
Der letzte Teich dieser Art, den ich kenne, lag hinter der Bötzlöh links am Weg, wo es zum Waldfrieden geht.

 Kuleopa

Nach Kriegsende war es die Zeit des Neuanfangs, des Aufbaus, des beginnenden Wohlstands. Wer bereits zu Wohlstand gekommen war, und ein Wohlhabender war jeder, der etwas über das Durchschnittsmaß des Nachkriegsdeutschen hinaus besaß, dem sagte man nach, dass er Kohle oder Kies habe.
Kohle war das Synonym für eine warme Wohnung, und Kies dafür, dass man bereits in der Lage war, wieder etwas aufzubauen.
Auch oder gerade die Lieferanten von Kohle und Kies waren damit gemeint.
Bei uns im Ompert hatten zwei Kies: Franz und Hein.
Beide betrieben eine Sandgrube, oder wie es im Ompert hieß:
Die han en Sandkule.
Sand ist hier überall. Die lieblichen Hügel, die das Ompert umschließen und es zu einem Tal einfassen, sind einfach nur Anhäufungen von Sand und Kies. Wieso haben sie eigentlich keinen Namen?
Den Sand aus dem Boden zu schaufeln war nicht so einfach.
Das war echte Knochenarbeit.
Am Kreuz im oberen Ompert ging der Weg hoch zur Sandkule von Franz. Es war wohl schon vor mir da, dieses große gelbe Loch auf dessen Grund ein kleines Förderband mit einem Sieb platziert war.
Für uns Kinder war es natürlich einer der beliebtesten Spielplätze, der aber nicht ungefährlich war. Die Wände waren steil und nicht etwa stufig angelegt, wie auf Kuleopas verwitterter Schautafel dargestellt und gefordert. Da ging es locker mal zwanzig Meter steil abwärts. Aber so genau kontrollierte das keiner, und Franz hatte als Aufsicht in der Sandgrube Kuleopa.

Kuleopa wohnte in einem ausrangierten alten Omnibus, der ohne Räder aufgebockt oberhalb der Sandgrube direkt an der Wiese zu Karsch stand. Das Dach des Omnibusses war an allen Seiten rund, und alles war mit Teerpappe dick verkleistert, bis auf einen Bereich, wo ein schwarzes Ofenrohr aus dem Dach in den Himmel ragte.
Rund um das Rohr war eine dicke rostige Blechplatte eingeteert. Auch die meisten Fenster und die Außenwände waren beklebt mit Teerpappe und der Bus sah aus wie ein großer, grau-schwarz gefleckter Stein in der Landschaft.
Kuleopa war ein Vertriebener aus Ostpreußen, dem, wie er uns erzählte, die ganze Familie auf der Flucht verloren gegangen war.
Wie üblich bei Flüchtlingen wurde er kreuz und quer durch die Zonen verschoben, bis er irgendwann in dem alten Omnibus strandete und von Franz die Aufgabe übernahm, etwas im Auge zu behalten, was in der Sandkule so ablief.

Wir Kinder waren gerne bei Kuleopa. Er hatte immer Zeit und sprach gerne mit uns, denn sonst kam nur hin und wieder einer der Lastwagenfahrer, um Sand zu laden. Aber die hatten auch nur wenig Zeit, denn sie wurden nach den gefahrenen Touren bezahlt.
Kuleopa war ein ruhiger und bescheidener Mann, dessen einzige Leidenschaft darin bestand, seine billigen Zigarren zu paffen.
Sobald er zum Monatsanfang seine Rente vom Briefträger überbracht bekam, schickte er einen von uns mit dem Fahrrad zu dem kleinen Laden von Ingmanns unten auf dem Omperter Weg, um dort ein paar Pakete Burger-Stumpen zu kaufen.
Wenn er sich noch etwas Gutes gönnen wollte, dann holten wir ihm hin und wieder bei Drücketant ein Fläschchen Bier.
Drücketant hieß eigentlich Gerdrud, und wie sich der Name Drücke davon ableitet, kann ich nicht sagen. Sie war für uns Kinder uralt, etwas schwerhörig, hager und mit einem kleinen Buckel und seit ihrem 42. Lebensjahr wegen irgendeiner unwichtigen Krankheit in die Rente abgeschoben.
Drücketant ergänzte ihre karge Rente mit dem Verkauf von Bier an die Nachbarschaft. Jede Woche dienstags kam ein langnasiger Mercedes Lastwagen mit Kastenaufbau und der großen Aufschrift „Schloßbrauerei Waldniel“ den geschotterten Omperter Weg heraufgeschlichen und es sah immer so aus, als fahre er an Drücketants Hofeinfahrt vorbei.
Er bremste dann doch noch ab und blieb einen kurze Zeit still in der Mitte der Straße stehen. Der Motor rappelte weiter und ein ratschendes Krachen ließ erkennen: Achtung, jetzt hat er den Rückwärtsgang drin.
Ab nun schob sich der Wagen langsam rückwärts in die Toreinfahrt und kam dann mitten auf dem Hof zum Stillstand.
Nachdem der Motor abgestellt war, öffneten sich Fahrer- und Beifahrertür, und die beiden Biermänner mit ihren grünen Kitteln und einer speckigen Chauffeursmütze auf dem Kopf kletterten aus dem Wagen.
Die Kittel hatten sie wahrscheinlich bei ihrer Einstellung vor Jahren als Arbeitskluft erhalten. Mittlerweile war ihr Bierbauch entsprechend gewachsen, und bei beiden hielt nur noch ein Knopf die beiden Teile des Kittels über den Bauch gespannt zusammen.
Herr Piel war der Chef, der andere der Fahrer, und außer dem Bierbauch hatten beide auch die Gemeinsamkeit der gesunden roten Gesichtsfarbe von Bierfahrern.
Sie waren ein eingespieltes Team. Herr Piel ging zum Schuppen, in dem das Bier stand, zählte die leeren Flaschen durch und schrieb auf, wie viele Bierkästen zu ersetzen wären.
Der Fahrer hatte derweil die beiden hinteren Klapptüren geöffnet.
Im unteren Bereich standen einige Fässer. Darüber in den beiden niedrigeren Fächern standen die hölzernen Bierkästen mit den verschiedenen Biersorten. Malzbier, Schloßbräu, Export und manchmal auch das stärkere Bockbier.
Nur das Bockbier hatte einen Kronkorken, alle anderen Sorten hatten noch Flaschen mit dem Bügelverschluss und der Porzellankappe.
Der Fahrer zog eine lange stahlblanke Stange mit einem Rundgriff am einen und einem kurzen Haken am anderen Ende aus dem Fach und schob damit die Bierkästen hin und her, bis er die gesuchten Biersorten herausziehen konnte, die Piel ihm genannt hatte.
Das frische Bier stapelten sie dann in der dafür vorgesehenen Ecke auf einem Tisch im Drücketants Schuppen.
Es waren meist so sechs bis acht Kästen, die für eine Woche den Alkoholbedarf von Haus und Nachbarschaft deckten.
Um hier nicht den Verdacht aufkommen zu lassen, dass im Oberompert übermäßig gesoffen wurde, muss ich erklären, dass auch die Bötzlöher und die Polsterer von der kleinen Firma Neikes, die auf dem Lützenberg ansässig war, dabei halfen, das Bier zu konsumieren.
Besonders die Polsterer, so vier bis fünf Mann, holten sich oft ein paar Flaschen. Ich mochte die Typen nicht so recht, denn sie holten immer Bier, brachten aber fast nie Leergut zurück.
Dann mussten wir Kinder montags oder dienstags morgens noch schnell los und die Flaschen bei Neikes holen, die wir auch noch in allen Ecken in den vielen kleinen Werkstätten zusammensuchen mussten.
Es waren oft 20-30 Flaschen, die zu schleppen waren.
An jedem Finger hing dann eine Flasche mit dem geöffneten Bügel und schnitt schmerzend ins Fleisch.
Jeder aus dem Ompert konnte uns Kinder fragen, ob wir Zigaretten oder Eier holen, den Kaffee zum Feld bringen oder irgendetwas erledigen würden. Wir taten es gerne, gab es uns doch auch eine gewisse Wichtigkeit.
Aber für die Polsterer lehnten wir alles ab, auch wenn sie uns dann später dafür etwas geben wollten.
Sie waren nicht unsere Leute und wir nicht ihre Kinder.

Wenn das neue Bier nach unten und das noch vorhandene nach oben gestapelt war, verstauten die beiden Bierfahrer das Leergut im Bierwagen, gingen in den Schuppen, setzen sich auf die dort stehende Hobelbank, schwatzten etwas, rechneten ab und tranken oft noch eine Flasche.

Es gab da keine übertriebene Eile. Wenn alles in Ruhe erledigt war, stiegen sie wieder in ihren alten Bierwagen, ließen den Starter den Motor anorgeln, setzten das Gefährt gemächlich in Bewegung und rollten den Ompert runter.

Kuleopas  zur Ruhe gekommener Omnibus war als Zuhause recht gemütlich eingerichtet.
Der Bus hatte nur eine schwere, dicke Tür, die für uns Kinder nur mit viel Kraft zu bewegen war. Im Eingangsbereich standen die Schaufeln und Spitzhacken, damit sie nachts nicht geklaut wurden. An der Wand hingen eine oder zwei große Schautafeln mit den notwendigen Instruktionen, wie eine Sandgrube sicher zu betreiben sei. Die haben wir Kinder dann oftmals studiert, aber eine Ähnlichkeit mit unserer Sandgrube war dort für uns nicht feststellbar.
Direkt neben der Eingangstür stand ein gemütliches geblümtes Sofa, davor lag ein dicker kurzer Perserteppich, der wie eine große Fußmatte mit viel Sand gefüllt war. Gegenüber ein Tisch mit einem Röhrenradio und auf diesem ein großer weißer Wecker. Dieser Wecker sei das einzige, was er noch von zu Hause habe, erzählte uns Kuleopa häufiger.
Neben dem Tisch stand ein weißer Dinsing Ofen mit verchromter Rundrohrreling, an der das Rickeleisen und die Geschirrhandtücher hingen. Es war der Gleiche, den auch meine Oma hatte. Er wurde sowohl zum Kochen als auch zum Heizen benutzt.
Dem Ofen gegenüber fand sich ein weiß gestrichener, zweitüriger Kleiderschrank. Ofen und Kleiderschrank trennten den Wohnraum vom Schlafzimmer ab. Im hinteren Teil des Busses stand Kuleopas Bett. Auf gewaltigen, dicken Eichenfüßen, die der Form einer Löwenpranke ähnelten. Immer penibel mit einer blass geblümten dicken Steppdecke abgedeckt. Rechts vom Bett stand ein Stuhl und links ein Nachttisch mit einer kleinen Schirmlampe.
Es war eine echt gemütliche Bude und wir waren gerne bei ihm.
Er ließ es auch zu, dass wir in der Sandgrube spielten, achtete aber immer darauf, dass wir uns nicht in den gefährlichen Bereichen aufhielten.
Kuleopa humpelte etwas und ich kann mich nicht erinnern, ihn je im Ompert gesehen zu haben. Er blieb immer im nahen Umfeld seiner Behausung. Der alte Lemmen, ein Nachbar, kam manchmal vorbei und leistete ihm Gesellschaft.
Der war aber ein ziemlicher Griesgram, und wir Kinder mochten ihn nicht sonderlich, mussten aber immer freundlich zu ihm sein, denn er hatte bereits einen Fernseher und wir konnten ab und zu um 17 Uhr das Kinderprogramm bei ihm sehen. Dazu mussten wir es dann so einrichten, dass wir mit seinem Enkel Eberhard am Nachmittag spielten, damit er uns mitnahm und den Alten überredete, dass wir mit fernsehen durften.
Besonders beliebt war bei uns die Sendung “Sport, Spiel und Spannung“. Eine Sendung, die wir ungern verpassten.


Franz fuhr mit seinem grünen alten Langhauber Mercedes den Sand aus seiner Grube zu den verschiedenen Baustellen. An manchen Tagen fuhr er permanent in die Grube und schippte auf das elektrische Förderband, was das Zeug hielt. Der Sand wurde ein paar Meter hoch bis über die Ladefläche transportiert und fiel dann auf das große rechteckige Sieb aus dicken Drähten. Alles was nicht hindurch passte, kullerte am schräg stehenden Sieb ab, fiel unter das Förderband und bildete dort einen Haufen aus Kies und dickeren Steinen.
Der alte Mercedes war nicht besonders groß und ich denke, dass er nicht mehr als 2 oder 3 Tonnen schleppen konnte. Vom Grund der Grube ging es dann kurvig und recht steil bergan, was der alte Karren auch nur im Schneckentempo schaffte. Wenn Franz gut drauf war, durfte ich auch schon mal mitfahren. Ich musste aber vorher meiner Mutter Bescheid sagen und ihre Erlaubnis einholen. Aber das war kein Problem, man kannte sich ja.
Der Lkw wurde neuer und größer, und anstatt alles mühsam per Hand zu schippen, stand irgendwann ein alter abgehalfterter Ford Lkw mit einem neuem knallgelben Atlaslader an seinem Heck montiert in der Sandgrube. Das war ein echter technischer Fortschritt. Das Beladen ging jetzt um ein Vielfaches schneller.
Als Franz einmal vergessen hatte, den Strom abzustellen, versuchten wir uns an dem Gerät, und stellten fest, dass es ganz einfach war, mit zwei Hebeln die Hydraulik des Baggers zu bedienen. Als wir es dann aber öfters machten, wurde es uns von Kulopa verboten.
Also bettelten wir Franz an, es uns doch mal zu zeigen. Er war dann echt erstaunt, wie schnell wir es lernten. Dass wir das Laden schon vorher probiert hatten, verrieten wir ihm nicht.
Franz war kein Kirchgänger und er verstand unser Gejammer, als wir ihm erzählten, dass wir sonntags von unseren Eltern immer nach dem Mittagessen um 14:30 zur blöden Christenlehre geschickt wurden. Genau dann wenn Fury, die Abenteuersendung mit dem Pferd, im Kinderprogramm kam. “Wenn euch eure Eltern mal nicht zur Christenlehre schicken, dann könnt ihr Fury bei mir schauen.“ Auf dem Weg zur Kirche kamen wir an seinem Haus vorbei, und er fragte nicht, ob wir zur Kirche sollten oder ob wir direkt zum Fernsehschauen kamen. Das ging natürlich nur drei Mal gut, dann gab es einen Riesenpalaver, weil jemand unseren Eltern gesteckt hatte, dass wir bei Franz und nicht in der Kirche waren.
Franz tat ganz ahnungslos, und wir verpfiffen ihn auch nicht.

Nicht nur am Sandhang zu spielen war so interessant in der Sandkul. Es gab dort auch jede Menge ausrangierter Geräte, die uns Jungen anzogen und unsere Phantasie beflügelten. Mehrere rostige Loren, die noch auf einem Stück Gleis standen, ein total abgewrackter, schwarz gerosteter LKW oder die zwei riesigen Siloteile, die kopfüber an einem Hang lagen und zu deren Innerem wir uns einen Zugang gebuddelt hatten.
Als wir irgendwann nach der Schule wieder mal zur Sandkule unterwegs waren, wunderten wir uns, dass sich vor dem Bus eine Menge Fahrräder befanden.
Kuleopa saß, einen Stumpen in der Hand, am Rand der Grube und blickte stur hinunter. In seinem Bus wuselte eine Anzahl junger Mädels der Katholischen Jugend Helenabrunn herum. Sie hatten sich vorgenommen, etwas Gutes zu tun, seine Bude mal gründlich aufzuräumen und zu putzen. Als er uns sah, meinte er nur kurz und verständnisvoll: “Die meinen es ja nur gut. Aber ich muss nachher alles wieder aufräumen, was die jetzt durcheinander schmeißen.“ Wir verstanden ihn. Uns ging es doch genauso, wenn unsere Mütter meinten, unsere Zimmer müssten mal aufgeräumt werden.
Das Ergebnis war zumeist ein heilloses Durcheinander, in dem man beim besten Willen kein System von Ordnung nach unserem Verständnis feststellen konnte.
Aus einem mir nicht bekannten Grund kam Kulopa irgendwann ins Krankenhaus und davon nie wieder zurück. Er war tot sagte man uns. Es war das erste Mal, dass bewusst ein uns nahe stehender Mensch nicht mehr da war, er war einfach tot.
Wer er als Mensch war und welches Schicksal er erlitten hatte, das wusste keiner von uns wirklich. Aber für uns war er ein netter Opa, den wir alle gerne mochten. Meinen Opa hatte mir der Krieg genommen, Kulopa war mir sicher vom Schicksal eine Zeitlang als Ersatz zugeteilt worden.

Der geteerte Bus war ab jetzt verschlossen und für uns ein Teil unserer Vergangenheit.
Die Sandgrube verlor ihren Reiz für uns Kinder. Vielleicht auch weil wir älter geworden waren.
Sand wurde auch weiterhin aus der Grube geholt, die immer tiefer und deren Abhänge noch steiler wurden.
Der alte Lemmen, der schlecht zu Fuß war und der nur mit einem Stock langsam schlurfend hin und wieder einen Spaziergang bis zum Rand der Sandkule machte, wurde Zeuge, wie Erwin, der Sohn vom Franz, beim Beladen seines Sandlasters einen Erdrutsch verursachte und verschüttet wurde. Bis der alte Lemmen Hilfe herbeiholen konnte, war Erwin bereits unter dem Sand erstickt.

Später wurde die Sandgrube zur städtischen Müllkippe umfunktioniert.
Der gesamte Müll der Stadt, ob Hausabfälle oder Firmenmüll, alles was so anfiel, wurde zum Verfüllen in das große gelbe Loch geschüttet.

Staub, Dreck, Gestank und Ratten bevölkerten die Sandgrube und so manches Mal musste die Feuerwehr kommen und einen offenen oder schwelenden Brand löschen.
Der Verkehr war für alle Anwohner noch eine zusätzliche Belastung. Irgendwann wurde Bauschutt und zum Abschluss nur noch Erdreich auf den Müll aufgetragen. Die Natur wurde mit Bäumen etwas beigeforstet und die selbständige Begrünung beendete dann das Kapitel der Sandkule und Müllkippe im oberen Ompert.

Allerdings war das nicht das Ende der Sandgruben.
Die Autobahnen A52 und A61 wurden gebaut und es wurde auch hierfür eine Menge Sand benötigt.
Wieder war es das Ompert, das zum Standort von zwei großen Gruben wurde.
Und in einer Lichtung im Wald vor der Bötzlöh buddelte sich die
Straßenbaufirma „Teerschotter“ in den Boden, um dort den Asphalt für die Autobahn herzustellen.

Hans-Peter Hommes

 

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Auch unser Haus war ein altes Bauernhaus
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Eberhard, Martina und Hans-Peter
Wir Jungen von damals sind die Alten von morgen.
 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kuleopas Lieblingsstumpen

 

Drücketant, Maria, Martina und Waldi

 

Das beliebteste Bier in Oberompert und Bötzlöh

 

 

 

 

Das obere Wegkreuz.
Die Scheune dahinter wurde ab 1962 als Schreinerei benutzt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mit diesem Mercedes Laster fuhr Franz einige Jahre
den Sand aus dem Ompert zu seinen Kunden.

 
 
 

 

 
         
         



 

 

     
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Kuleopa, Sandgrube, Bier

 
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